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Ausgabe Nr. 50/2016 vom 13.12.2016, Fotos: Thimfilm
Jacques Cousteau fühlte sich in Gesellschaft von Haien wohl.
Für das perfekte Bild war Cousteau bereit, alles zu opfern.
Der Mann im Meer
Jacques Cousteau war einer der wichtigsten Meeresforscher und Dokumentarfilmer. Gemeinsam mit seiner Frau Simone stach er in See, um die Tiefen der Ozeane zu erforschen. Sein Sohn Philippe machte ihm Jahre später klar, dass die Natur auch geschützt werden muss.
Das Meer war sein Zuhause. Der Franzose Jacques-Yves Cousteau (Lambert Wilson, 58) erforschte die Tiefen der Ozeane. Auf der „Calypso“ bereiste er gemeinsam mit seiner Frau Simone (Audrey Tautou, 40) die Meere. Das Schiff war ein ausgemustertes englisches Minenräumschiff und wurde vom Paar zur Forschungsstation umgebaut.

Die beiden unternahmen zahlreiche Expeditionen auf dem Meer und erfüllten sich damit einen Traum. Ihre Söhne Jean-Michel (Benjamin Lavernhe) und Philippe (Pierre Niney, 27) waren allerdings im Weg. Anfangs muteten sie den Kindern das Leben an Bord zwar zu. Als die Eltern jedoch weiter weg wollten, wurden die Söhne im Internat untergebracht.

„Simone hat in ihrer Kindheit Ähnliches erlebt. Ihre Eltern schickten sie ebenfalls ins Internat. Simone hat nie erfahren, dass eine Mutter hingebungsvoll ist und für ihre Kinder lebt“, verrät Audrey Tautou, die in „Jacques – Entdecker der Ozeane“ in der Rolle der Simone glänzt. „Sie wollte ein unabhängiges Leben führen. Simone war eine Seefahrerin und verbrachte 40 Jahre an Bord der ‚Calypso‘. Ich fühle mich ebenfalls am besten auf einem Schiff“, nennt Tautou eine Gemeinsamkeit mit Simone Cousteau.

Erst als die Söhne der beiden Forscher erwachsen waren, kehrten sie auf das Schiff der Eltern zurück. Philippe erkannte seinen Vater kaum wieder. Aus dem einstigen Pionier ist ein gefeierter Schauspieler und Frauenheld geworden, der seine Mutter betrog. Für das perfekte Bild war er bereit, alles zu opfern. „Seine Dokumentationen wurden zuerst von Ölkonzernen, später von Fernsehsendern finanziert. Für spektakuläre Bilder sprengte Cousteau Kliffe und massakrierte Haie. Das wirkt aus heutiger Sicht barbarisch, doch in der damaligen Zeit gab es noch keine Umweltschutzbewegung. Dass der Mensch den Planeten mit seiner Gier ausbeuten wird, hat damals niemand für möglich gehalten“, erklärt Lambert Wilson, der den Meeresforscher mit der roten Wollhaube als Markenzeichen spielt.

Sein Sohn Philippe war es, der Cousteau zum Nachdenken anregte. „Er hat erkannt, dass die Meere durch die Menschen zerstört werden. Er sieht es in der Verantwortung der Familie Cousteau, die Lebensvielfalt der Ozeane zu schützen“, erzählt der Philippe-Darsteller Pierre Niney. Vater und Sohn kämpften gemeinsam für den Erhalt der Ozeane und hielten dies in mehreren Dokumentarfilmen fest.

Ihre gefährlichste Reise führte sie in die Antarktis, wo sie wohl den berühmtesten Cousteau-Film „Die Reise zum Ende der Welt“ drehten. Dabei fanden Vater und Sohn wieder zusammen. Doch dann geschah ein Unglück …
Frei ab 6 Jahren, ab 16.12.
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