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Ausgabe Nr. 49/2016 vom 05.12.2016, Foto: picturedesk.com
„Bürgeranwalt“ Peter Resetarits, 56, konfrontiert Spitzen-Politiker mit den Sorgen des kleinen Mannes.
„Von 1.000 Euro im Monat zu leben, würde mich nicht aus der Bahn werfen“
„Österreich auf dem Prüfstand – Wie geht es weiter?“, so lautet der Titel des ORF-„Bürgerforums“ am Dienstag, 13. Dezember (20.15 Uhr, ORF 2). Als Moderator dieser Live-Sendung wird Peter Resetarits, 56, unsere Spitzen-Politiker mit Sorgen und Ängsten aus der Bevölkerung konfrontieren. Hier stellt sich der Moderator den Fragen des WOCHE-Reporters Gerald Vukits.
Herr Dr. Resetarits, was erwartet uns in Ihrer Sendung „Österreich auf dem Prüfstand“? Werden Sie Politikern auf den Zahn fühlen?
Wir gehen den Fragen nach: Was gehört im Jahr 2017 auf die Aufgabenliste der Regierung? Was sind für die Bürgerinnen und Bürger die wichtigsten Sorgen, Ängste und Nöte, was ärgert sie? Muss unser Land nach der Bundespräsidentenwahl wieder geeint werden? Wie steht es um die Koalition? Diese und weitere Fragen diskutieren unter meiner Leitung rund 300 engagierte Bürgerinnen und Bürger mit Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ), Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP), Heinz-Christian Strache (FPÖ), Eva Glawischnig (Die Grünen), Matthias Strolz (NEOS) und Robert Lugar vom Team Stronach. Einleitend werden Straßenbefragungen aus allen Bundesländern eingespielt.

Wo drückt, laut Straßenbefragungen, die Menschen der Schuh am meisten?
Gleich, ob es um Themen wie Schule, Soziales oder Arbeitsplatz geht, nach drei, vier Sätzen geht es um Flüchtlinge und Immigranten. Da gibt es, glaube ich, einigen Diskussions- und Aufklärungsbedarf. Die Mindestsicherung ist immer wieder ein Thema. Ein Interviewpartner sagte: „Wieso kriegen Menschen, die nichts eingezahlt haben oder jetzt erst gekommen sind, genauso viel wie ich, der sein Lebtag gearbeitet hat?“

Können Sie die Aussagen nachvollziehen?
Ich kann die Menschen natürlich verstehen. Ich komme ja manchmal auch in Regionen, in denen die Migration stärker zu spüren ist als in Wien, wo zum Beispiel ich lebe. Es geht allerdings schon auch darum, diese Menschen, die sich so äußern, zu hören und mit ihnen auch zu reden.

Was kann so eine Fernsehdiskussion bewirken?
Ich glaube, dass viele Menschen meinen: „Das, was ich denke, spielt im politischen Betrieb überhaupt keine Rolle. Das ist denen da oben völlig wurscht.“ So eine Sendung kann da entgegenwirken. Es ist wichtig, das Gefühl zu haben, gehört zu werden.

Aber wird sich die Situation nach der Sendung auch verbessern?
Wohl nicht, aber es kann nicht schaden, wenn die Politiker eineinhalb Stunden mit kritischen Nichtpolitikern reden.

Könnten Sie von 1.000 Euro im Monat leben?
Ich wünsche es mir nicht, aber es erschreckt mich auch nicht. Ich müsste wohl meinen Wohnort wechseln und die Fürsorge-Pflichten für meine Kinder hinter mir haben. Aber ich habe keine teuren Hobbys. Ich spiele Fußball, wandere gern, fahre Rad und laufe. Ich habe das „Glück“, derart essgestört zu sein, dass mir Frankfurter Würstel und andere einfache Speisen, die nicht viel kosten, gut schmecken. Mit Gourmet-Restaurants kann ich nichts anfangen. Bekleidung ist mir im Privaten auch egal. Fernreisen mache ich nicht gerne, weil ich nicht gern im Flieger sitze. Von 1.000 Euro im Monat zu leben, ist nicht wahnsinnig angenehm. Aber es würde mich nicht aus der Bahn werfen. Ich könnte es mir gut vorstellen.
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